"...dass man mit ihnen redet"

Di  27.10.2015 - 20.00 Uhr
Bild zur Veranstaltung
Wo
Stadthalle
Hohgarten 478224 Singen
Eintrittspreis
Eintritt frei!
Veranstalter
Kunstverein Singen e.V.
...dass man mit ihnen redet
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"...dass man mit ihnen redet"

Gero Hellmuth (Bild oben rechts) initiiert interkulturelles Projekt

Junger Pole komponiert zu seinen Exponaten

Kammerspiel thematisiert den heutigen deutsch-polnischen Dialog

In Erinnerung an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren präsentiert der Kunstverein Singen unter dem Titel „...dass man mit ihnen redet“ bei freiem Eintritt ein interkulturelles, deutsch-polnisches Projekt. Initiiert wurde es von dem bekannten Bildenden Künstler Gero Hellmuth aus Singen. Der Abend ist die erweiterte Wiederholung einer Veranstaltung in den Räumen der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin am 7. Mai dieses Jahres.

Das Projekt wolle dazu beitragen, die einst durch den Zweiten Weltkrieg und Naziterror aufs Schwerste belasteten deutsch-polnischen Beziehungen durch den Austausch kulturellen Gutes zu fördern, betont Gero Hellmuth. „Unsere Veranstaltung soll keine retrospektive Betroffenheitskultur befördern; vielmehr soll mit Mitteln der Kunst die Möglichkeit einer gemeinsamen Arbeit an einem friedlichen Europa aufgezeigt werden.“

Von Gero Hellmuths Exponaten inspiriert, wird der polnische Komponist Michał Dobrzyński am Klavier gemeinsam mit der polnischen Geigerin Ewa Gruszka eigene Werke uraufführen, in denen auch Raum für Improvisation vorgesehen ist. Ein kurzes Kammerspiel von der deutschen Autorin Merle Hilbk, vorgetragen von Schauspielern des Singener Theaters „Die Färbe“, zeigt auf, wie es der deutschen und der polnischen Seite heute gelingt, friedlich und freundschaftlich aufeinander zuzugehen. Über die Bilder und Objekte von Gero Hellmuth spricht Professor Hans Gercke, der ehemalige Direktor des Heidelberger Kunstvereins. Die Begrüßung der Gäste der Abendveranstaltung übernimmt Singens Oberbürgermeister Bernd Häusler.

Ausstellung auch am Folgetag
Am Mittwoch, 28. Oktober von 13 bis 16 Uhr besteht nochmals die Möglichkeit, Gero Hellmuths Bilder und Objekte in der Stadthalle Singen zu betrachten. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Für die Besucher der Abendveranstaltung ist dieser gratis.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht Gero Hellmuths Triptychon „Auschwitz-Befreiung“, eines  seiner bedeutendsten Werke. Es ist Teil des Auschwitz-Zyklus’, den Gero Hellmuth von 1995 bis 2003 schuf. Daneben werden in der Stadthalle Singen auch Werke aus dem aktuellen „Dialog“-Zyklus des Künstlers ausgestellt. Bereits 2003 hatte Gero Hellmuth mit seinem Auschwitz-Triptychon im Rahmen des Ökumenischen Kirchentages in Berlin ein deutsch-jüdisches Kulturprojekt unter dem Titel „…dass sie leben“ angestoßen. Damals schrieb der israelische Komponist Joseph Dorfman aus Tel Aviv eine A-cappella-Kantate zu Hellmuths Werk. Die Uraufführung erfolgte in der St. Matthäus-Kirche im Kulturforum Berlin. Eine Wiederholung dieser Veranstaltung fand im gleichen Jahr in der Herz-Jesu-Kirche in Singen statt.

Die beteiligten Künstler:

Gero Hellmuth wurde 1940 in Neustrelitz geboren und studierte Kunst an der staatlichen Akademie der Künste in Karlsruhe sowie Philosophie und Kunstwissenschaften an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg und der Universität Stuttgart. Seit 1971 lebt und arbeitet Gero Hellmuth in Singen am Hohentwiel.

Michał Dobrzyński gehört zu den wichtigsten und interessantesten zeitgenössischen polnischen Komponisten. Er wurde 1980 in Szczecin (Stettin) geboren und unter anderem von dem weltbekannten Komponisten Krzysztof Penderecki gefördert.

Ewa Gruszka studierte bei Professorin Jadwiga Kaliszewska in der Klasse für hervorragende polnische Violinisten an der Musikakademie in Bydgoszcz und vertiefte ihre Erfahrungen in zahlreichen Meisterkursen.

Merle Hilbk ist als freie Autorin mit der Spezialisierung auf Osteuropa tätig und veröffentlichte zahlreiche Bücher, unter anderem „Tschernobyl Baby“ (Eichborn). Seit 2013 gibt Merle Hilbk auch schreibtherapeutische Seminare für Kriegskinder und Kriegsenkel in Polen und Russland.



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