Städtebaulicher Rahmenplan "Zukunft Singen Süd"

Grenzen zum Städtebaulichen Rahmenplan
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Zu Beginn dieses Jahrtausends entschloss sich die Nestlé AG, nicht mehr benötigte Flächenreserven im Westen und Süden des MAGGI-Werkes aufzugeben und zu veräußern. Sehr lobenswert war der Ansatz der Nestlé, zusammen mit der Stadt eine langfristig tragende städtebauliche Planung zu entwickeln - und so auch den Bodenwert zu steigern.

Die Nestlé AG veranstaltete in Kooperation mit der Stadt Singen im Herbst 2000 einen Workshop, um ein städtebauliches Konzept ausarbeiten zu lassen. Das Konzept des Teams Vielmo Architekten (heute ap plan, Berlin/Stuttgart) wurde zur Grundlage für den städtebaulichen Rahmenplan "Zukunft Singen Süd", der von demselben Büro erarbeitet wurde.

Am 10. Juli 2001 hat der Gemeinderat in öffentlicher Sitzung dem städtebaulichen Rahmenplan „Zukunft Singen Süd“ zugestimmt und zur Grundlage der nachfolgenden Bauleitplanung gemacht.

Nachfolgend änderten sich die Planungsgrundlagen aus außerordentlich erfreulichen Anlässen mehrfach:

  • Im September 2002 kam die Nestlé Deutschland AG auf die Stadt Singen mit der Nachricht zu, dass nach dem Verkauf des Werkes in Kemptthal (CH) das dortige Kompetenzzentrum (PTC = Product Technology Centre) nach Singen auf das MAGGI-Gelände verlegt wird. Der aus betriebsinternen Gründen einzig mögliche Standort für den Neubau des "PTC" lag im südwestlichen Teil des Werksgeländes. Im Entwurf des Bebauungsplanes "Maggistraße" war dieser Bereich bisher als Standort für das notwendige Parkhaus vorgesehen. Die Nestlé bot auf der anderen Seite der Lange Straße, südöstlich des PTC-Standortes, ein Ersatzgrundstück für das Parkhaus an.
  • Im Juli 2005 hat die Nestlé der Stadt Singen mitgeteilt, dass das MAGGI-Werk in Singen zu einem der strategischen Werke des Konzerns aufgewertet und damit der Gedanke der weiteren Flächen-Reduktion aufgegeben worden sei. Im Sinne zukünftiger Entwicklungsmöglichkeiten bleibe die Lange Straße im Bereich des Distributionszentrums entgegen den früheren Planungen weiterhin Teil des Werksgeländes und im Eigentum
    der Nestlé. Damit stehe die Lange Straße in diesem Abschnitt für den öffentlichen Verkehr weiterhin nicht zur Verfügung. Dem Parkhaus-Standort südöstlich des PTC wurde ebenfalls eine Absage erteilt.

Die mit der Aufwertung zum strategischen Werk verbundene Aufgabe der früheren Reduktionsabsichten der Nestlé für das Werk Singen und die Aufgabe des früheren Zieles, die Lange Straße für den öffentlichen Verkehr freizugeben, hatten Folgen insbesondere für die städtebauliche Planung auf dem Maggifeld. Das Konzept "Zukunft Singen Süd" wurde im
wesentlichen bestimmt durch die durchgehende öffentliche Verkehrsverbindung zwischen Rielasinger Straße und Georg-Fischer-Straße über eine auszubauende Lange Straße. Dadurch war es auch städtebaulich reizvoll, im Süden der Stadt Entwicklungsflächen für öffentliche Nutzungen mit einem attraktiven öffentlichen Platz und einem unmittelbar benachbarten Parkhaus vorzusehen. Der Wegfall dieser Verkehrsanbindung an die Georg-Fischer-Straße hatte zur Folge, dass die Anbindung dieses Gebietes nur über die Maggistraße erfolgen konnte.

Dies und der Wegfall des Maggi-Boulevards, der ursprünglich gegenüber dem Platz in die Lange Straße münden sollte, entzogen einer öffentlichen Nutzung und einem städtisch geprägtem Platz die Grundlage. Es war keine realisierbare (öffentliche) Nutzung mehr denkbar, die hier unter diesen Umständen hätte platziert werden können. Es bestand daher für die Stadt Singen keine Veranlassung mehr, diese Fläche ggf. zu erwerben. Auch dieser Teil des Maggifeldes konnte damit folgerichtig für private gewerbliche Nutzung zur Verfügung gestellt werden. Heute ist es der Standort der Bildungsakademie der Handwerkskammer.

Der Bebauungsplan "Maggistraße" ermöglicht, vor allem im Bereich des Hegau-Towers, eine sehr intensive Nutzung der Grundstücke, wobei aus Gründen des Grundwasserschutzes nur eingeschossige Tiefgaragen zulässig sind. Das unvermeidliche Defizit an baurechtlich notwendigen Stellplätzen muss in einem mehrstöckigen Parkhaus untergebracht werden.
Da nun auch der Ersatzstandort für das Parkhaus südöstlich des PTC weggefallen war, musste ein neuer Standort gefunden werden. Dieser konnte nach Lage der Dinge und mangels anderer Alternativen nur im Bereich der Maggistraße liegen. Das ist städtebaulich auch sinnvoll,
weil der Standort auf diese Weise dem Nachfrageschwerpunkt (Hegau-Tower, SinTec, DAS) ideal zugeordnet ist und die Wege damit kurz sind.
Nachteilig ist, dass die vom Parkhaus beanspruchte Fläche nicht mehr für gewerbliche Nutzungen zur Verfügung steht. Aufgrund der Eigentumsverhältnisse und Grundstückszu-schnitte bleibt nur der Standort südlich der Wehrdstraße, gegenüber dem DAS 2.

Die Änderungen der Planungsgrundlagen hatten konsequenterweise jeweils auch Änderungen vor allem des Nutzungs- und Verkehrskonzeptes zur Folge.

Grundsätzlich hat sich das Planungsinstrument des städtebaulichen Rahmenplanes hier sehr bewährt. Konzeptänderungen, die aus geänderten Voraussetzungen zwingend resultierten, konnten immer zügig auf der Basis gesicherter Grundlagen entwickelt werden. So war es der Stadt z.B. möglich, sich aus dem Stand für den Standort der Bildungsakademie der Handwerkskammer (erfolgreich) zu bewerben.

Ansprechpartner

Tel. 07731 85-345
E-Mail schreiben
1. OG Zimmer 116

Informationen zum Download


Städtebaulicher Rahmenplan "Zukunft Singen Süd" (Hauptteil)

Städtebaulicher Rahmenplan "Zukunft Singen Süd" (Anhang)

Städtebaulicher Rahmenplan "Zukunft Singen Süd" - Grundlagenänderungen 2005

Städtebaulicher Rahmenplan "Zukunft Singen Süd" - Nutzungskonzeptänderung 2007

Städtebaulicher Rahmenplan "Zukunft Singen Süd" - Nutzungskonzeptänderung 2008


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