Volkstrauertag: Gedenkfeier und Kranzniederlegungen auf dem Waldfriedhof

Zu einer Gedenkfeier anlässlich des Volkstrauertages hatte Oberbürgermeister Bernd Häusler gemeinsam mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge die Singener Bevölkerung auf den Waldfriedhof eingeladen. Trotz des trüben Novemberwetters waren rund 120 Bürgerinnen und Bürger in die Einsegnungshalle gekommen, um dort mit dem Stadtoberhaupt der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zu gedenken. Schülerinnen und Schüler der beiden Singener Gymnasien gestalteten die Feierstunde mit Musik und Wortbeiträgen. Mit dabei waren auch wieder die Reservistenkameradschaft sowie eine Ehrenformation des Deutschen Roten Kreuzes.

Oberbürgermeister Bernd Häusler erinnerte in seiner Ansprache an den Beginn des 2. Weltkrieges, der vor 80 Jahren mit dem Überfall auf Polen seinen schrecklichen Lauf nahm. Das sechs Jahre andauernde Gemetzel habe 60 Millionen Menschen das Leben gekostet, rechnete OB Häusler vor und stellte fest, dass diese unfassbare Zahl kaum begreifbar sei. Eine gute Botschaft sei, dass nach 1945 Generationen geboren seien, die nie Krieg und Unfreiheit im eigenen Land erleben mussten. Dieser Frieden und die Freiheit seien ein wertvolles Geschenk, so Häusler. Man solle aber auf der Hut sein, denn die Grundübel aller Kriege, das Großmachtstreben oder der Hass auf Andersdenkende seien noch nicht von der Erde verschwunden. Daher brauche es Gedenktage, die das Wissen über den Krieg und dessen Folgen weitertransportieren und lebendig halten.

Miriam Neubert, Elena Albiker und Linda Spitznagel, drei Schülerinnen des Friedrich-Wöhler-Gymnasiums, zeigten ebendies in ihren Texten auf. Seit 1945 habe es 190 Kriege auf der Welt gegeben. Deutschland sei davon bisher verschon geblieben, aber die jüngsten Ereignisse in unserem Land zeige, dass es zunehmende Radikalisierungstendenzen und einen deutlichen Rechtsruck gebe.

In ihrem Wortbeitrag stellten sie viele Fragen an die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Dabei sei der Hass immer ein zentrales Moment gewesen, stellten die Jugendlichen fest. Daher ihr Appell: man solle sich zu Toleranz, Frieden und Freiheit bekennen. Dazu können man selber beitragen. „Wir selbst müssen die Welt ändern“, so die Gymnasiastinnen.

Das Orchester des Hegau-Gymnasiums unter der bewährten Leitung von Gabriele Haunz war mit einer großen Formation mit dabei und sorgte mit den ausgewählten Musikstücken für eine atmosphärisch würdevolle Gedenkfeier in der Einsegnungshalle des Waldfriedhofes.

Nach dem Totengedenken, dass auch in diesem Jahr von Gabriele Haunz und Oberstleutnant d.R. Norbert Launer von der Reservistenkameradschaft vorgetragen wurde, sowie dem Musikstück „Ich hatt‘ einen Kameraden“ endete die Gedenkfeier. Danach wurden an drei Gedenkstätten auf dem Waldfriedhof Kränze für die Kriegsopfer, die Zwangsarbeiter und für die Verfolgten des Naziregimes niedergelegt.

Rede von Miriam Neubert, Elena Albiker und Linda Spitznagel

Bildunterschrift:
Oberbürgermeister Bernd Häusler (Mitte), Singens Ehrenbürger Willi Waibel (rechts) sowie Oberstleutnant d.R. Norbert Launer von der Reservistenkameradschaft (links) legten Kränze für die Singener Kriegsopfer, für die Zwangsarbeiter und für die Verfolgten des Naziregimes nieder, eskortiert von den Ehrenformationen der Reservistenkameradschaft und des Deutschen Roten Kreuzes.


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