Fair konsumieren, nachhaltige Entwicklung fördern

Kaufen oder nicht kaufen? Entscheidet nur der Preis?

Die Energiekampagne „Die 2000 Watt Familie“, die von den Städten Radolfzell und Singen ins Leben gerufen wurde, zielt darauf ab, das Konsumverhalten der teilnehmenden Familien zu ändern, um so den jährlichen Energieverbrauch drastisch zu senken. Finanziert wird die Kampagne von der Sparkasse Singen-Radolfzell. Doch nicht nur die Familien, sondern jeder kann sein Kaufverhalten hinterfragen.

Ist der Preis wirklich immer der einzige Grund, der über den Kauf bzw. Nichtkauf eines Produktes entscheidet? Neben den finanziellen Aspekten gibt es auch soziale und ökologische Gründe, die für oder gegen ein Produkt sprechen können. Unter den sozialen Aspekten, die die Kaufentscheidung beeinflussen können, versteht man die Produktionsbedingungen, so z.B. ob die Arbeitnehmer unter fairen Bedingungen arbeiten oder ob Ausbeutung, Lohndumping an der Tagesordnung stehen. Die ökologischen Aspekte beinhalten die Anbau- und Produktionsmethoden, d.h. wie umwelt- und ressourcenschonend das Produkt hergestellt wurde.

Nachhaltiger Konsum bedeutet, sich die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekte des Konsumverhaltens bewusst zu machen. Man muss jedoch aktiv werden und alte Gewohnheiten ändern. Neben der Bevorzugung von regionalen und saisonalen Produkten können wir uns durch den Kauf von fair gehandelten Produkten für bessere Handelsbedingungen einsetzen und einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten.

Was bedeutet der Begriff Fairtrade? Als Fairtrade wird ein kontrollierter Handel bezeichnet, bei dem die Erzeugerpreise üblicherweise über den Weltmarktpreisen liegen. Durch einen höheren Lohn verbessern sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen  der beteiligten Produzentenfamilien in Entwicklungs- und Schwellenländern. In Deutschland vergibt der Verein TransFair das Fairtrade-Siegel für Produkte aus Fairem Handel. Die Vergabe des Labels Fairtrade basiert auf festgelegten Standards. Diese beinhalten die Bereiche Ökologie, Ökonomie und Soziales. Alle Produzenten und Händler müssen alle Standards einhalten. Im Bereich Soziales heißt das z.B. Verbot von Diskriminierung, Kinderarbeit und Zwangsarbeit, Sicherheit am Arbeitsplatz und Gesundheitsvorsorge sowie Möglichkeiten zur Weiterbildung. Kleinbauern, die sich am Fairtrade-System beteiligen wollen, müssen sich zuerst zu einer auf demokratischen Grundregeln basierender Organisation zusammenschließen.

Auch wenn die Branche seit einigen Jahren hohe Wachstumszahlen erzielt, so ist ihr Marktanteil in Deutschland mit knapp 2 Prozent sehr gering. In anderen Ländern ist dies anders: in Großbritannien  z.B. liegt der Marktanteil von zertifiziertem Kaffee in bei 50 Prozent. Auch bei uns ist Kaffee das bekannteste fair gehandelte Produkt. Daneben gibt es aber auch noch weitere Produkte, wie Tee, Wein, Säfte, Eiscreme, Kakao, Reis, Schnittblumen, Zucker, Kunsthandwerk und Baumwolle. Eine genaue Darstellung von Fairtrade Produkten sowie weitere Infos findet man im Internet: www.fairtrade-deutschland.de. Verbraucher können fair gehandelte Waren nicht nur in Weltläden, Reformhäusern und Bioläden, sondern auch in Supermärkten und Discountern kaufen.


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