„Der Chronist“ – Film über Wilhelm Waibel

Ein Dokumentarfilm über Wilhelm Waibel mit dem Titel „Der Chronist“ wird am Sonntag, 28. Oktober, um 17 Uhr in der Stadthalle Singen uraufgeführt. Regie führte Marcus Welsch (Filmlänge 90 Minuten). Der Eintritt ist frei.

„Der Chronist“ ist der Singener Wilhelm Waibel. „Ich wollte wissen, was da war“ (O-Ton Wilhelm Waibel). Waibel ist nicht erst seit der Verleihung der Ehrenbürger-würde der Stadt Singen ein bekannter und geschätzter Zeitgenosse. Was ihm vor über 50 Jahren zufällig in die Hände fiel, ließ ihn lange nicht mehr los: Eine Kiste mit rund 1.500 Personalakten aus der NS-Zeit von Männern und Frauen aus ganz Europa, die während des Krieges in Singen als Zwangsarbeiter arbeiten mussten. Die Suche nach diesen Menschen und die Auseinandersetzung mit den beteiligten Großfirmen beschäftigen Wilhelm Waibel ein Leben lang.

Der Film rekonstruiert die außergewöhnliche Geschichte der Versöhnung zwischen „ehemaligen Feinden“ und zeigt die Erinnerung der letzten noch lebenden Zwangsarbeiter in Polen und Kobeljaki, Singens ukrainischer Partnerstadt.

Der Film möchte ein Stück europäischer Verflechtungsgeschichte schildern. Er reflektiert den unterschiedlichen Blick, den die Beteiligten in den unterschiedlichen Ländern auf die Zeit der Zwangsarbeit haben. Für Wilhelm Waibel geht sein Einsatz um die Aufarbeitung der Geschichte immer noch weiter. Es ist in diesem Film zum ersten Mal gelungen, offizielle Vertreter der Nestlé vor die Kamera zu bitten, die mit dem Erbe der Maggi-Fabrik bis heute um den richtigen Weg mit der Vergangenheit ringen.

Weitere Infos: Singener Kriminalprävention (SKP), Telefon 07731/85-544, E-Mail: skp@singen.de , Stadtverwaltung Singen, Freiheitstraße 2.

Der Regisseur

Regisseur Marcus Welsch wurde 1969 in Singen am Hohentwiel geboren. Studium der Philosophie und Literaturwissenschaft in Konstanz, Toronto und Berlin. Sein Film-Handwerkszeug lernte er ab 1995 als Mitarbeit in diversen Filmproduktionen u.a. als Regieassistent bei Wolfgang Becker („Good-bye, Lenin!“), Roman Polanski („Der Pianist“) und Volker Schlöndorf („Der Unhold“) und Jean-Jacques Annaud („Enemy at the Gate“). Nach diversen Kurzfilmen realisierte er seinen ersten Dokumentarfilm über die DDR-Sportlerin und Olympiamedaillen-Gewinnerin Katharina Bullin („Katharina Bullin – und ich dachte ich wär die größte“; Berlinale 2006), ein Porträt über eine Frau, die gegen die Zerstörung ihres Körpers durch die anabolen Leistungsexperimente im DDR-Sport kämpft. Bekannt wurde Marcus Welsch in der Region vor allem durch seinen Film, „Landschaftsgeschichten“ (arte 2011), der verschiedene Charaktere und derer Geschichten aus dem Hegau und der Höri vorstellt. Marcus Welsch lebt in Berlin.


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