Celje - Slowenien: Seit 1989

Celje, das rund 50.000 Einwohner zählt, liegt im Nordosten der Republik Slowenien und ist wie Singen eine sehr alte Siedlung. Davon zeugen Funde aus der Römerzeit.

Eine bedeutende Machtstellung erreichte Celje im Mittelalter unter Hermann II. von Cilli, so der deutsche Name der Stadt. Hermann nahm am Konstanzer Konzil teil; seine Tochter Barbara war die Gattin des deutschen Königs und späteren Kaisers Sigismund, der das Konzil einberufen hatte. Auch in der Neuzeit bleibt das Schicksal Celjes und Sloweniens vielfältig mit der deutschen Geschichte verbunden. Ein tragisches Beispiel ist die Besetzung Celjes durch deutsche Truppen 1941. Nach dem Krieg konnte sich Jugoslawien als blockfreie Kraft zwischen Ost und West etablieren.

Die ersten Kontakte zwischen Singen und Celje gehen in die 1970-er Jahre zurück. Damals baute die IG-Metall Singen Beziehungen zu den Gewerkschaften in Celje auf. Die nach 1945 verstaatlichten Wirtschaftszweige, aber auch einzelne Betriebe, sollten zum Thema Dezentralisierung beraten werden. Infolgedessen entstanden rasch auch Kontakte zwischen Vertretern der Wirtschaft. So präsentierten sich beispielsweise einige Singener Betriebe sowie die Industrie- und Handelskammer auf der jährlich in Celje stattfindenden Gewerbemesse.

Die Celjer Gewerkschaftsdelegationen wurden bei ihren Besuchen oft von Kulturträgern der slowenischen Stadt begleitet, häufig war der Komorni Moški Zbor (Kammer-Männerchor) Celje dabei. Dies führte zu Kontakten zu hiesigen Chören. Zum Männerchor Konkordia Singen entstand eine Freundschaft, die 2013 auf 25 Jahre zurückblicken konnte. Darüber hinaus gastierte zum Beispiel die Singener „Färbe“ in Celje. Diese engen Kontakte in den unterschiedlichen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens führten schließlich zur Besiegelung der Städtepartnerschaft, die 1989 in Singen und 1990 in Celje unterzeichnet wurde.

Die erste Bewährungsprobe musste die Partnerstadt gleich im ersten Jahr beweisen: Celje wurde von einem verheerenden Hochwasser heimgesucht. Die Singener Feuerwehr, das Rote Kreuz und das Krankenhaus leisteten Hilfe. Dieser Freundschaftsdienst hat die Institutionen bis heute zusammengeschweißt.

Insbesondere das Rote Kreuz war in 1990-er Jahren immer wieder gefordert, die in Celje untergebrachten Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten (zunächst aus Kroatien, später aus Bosnien) während und nach dem Zerfall Jugoslawiens mitzuversorgen. Viele Begegnungen und Hilfstransporte fanden damals statt. Auch die Krankenhäuser bauten enge Kontakte auf.

Am 1. Mai 2004 reisten der damalige Oberbürgermeister Andreas Renner und Gerhard Bumiller als Partnerschaftsbeauftragter nach Celje, um den EU-Beitritt Sloweniens mitzufeiern.

Seit 1994 gibt es eine äußerst rege Schulpartnerschaft der Hohentwiel-Gewerbeschule Singen mit dem Šolski center Celje, vor allem zwischen den gymnasialen Oberstufen und den Chemisch-Technischen Assistenten. 2014 wurde also 20-jährige Schulpartnerschaft gefeiert.

Im Jahre 2015 konnte das 25-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft gefeiert werden. Hierzu reiste eine Singener Delegation, bestehend aus Oberbürgermeister Bernd Häusler, Vertretern des Gemeinderats, der Feuerwehr und des Deutschen Roten Kreuzes, nach Celje, um dieses zu feiern.

In Singen kümmert sich eine Arbeitsgruppe, die „Celje-AG“, um die vielfältigen Belange der Partnerschaft. Neue Ideen und Impulse sind herzlich willkommen.

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Ansprechpartner:

Stadtverwaltung Singen
Markus Demmer
Tel. +49 (0)7731 85-142
E-Mail gemeinderat@singen.de

Partnerschaftsbeauftragter
Axel Huber
Tel. +49 (0)7731 85311
E-Mail Axel.Huber@Singen.de 


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