Weitere Informationen über Kommunale Kriminalprävention

1993 startete das Pilotprojekt "Kommunale Kriminalprävention" in den Städten Calw, Freiburg, Ravensburg und Weingarten. Die zunehmende Akzeptanz und Wichtigkeit der "Kommunalen Kriminalprävention" ist mit einem Paradigmenwechsel von grundlegender Bedeutung verbunden. Wurde einst ausschließlich die Polizei bezüglich dieses Themas in der Verantwortung gesehen, setzt sich zunehmend ein gesamtgesellschaftliches und fachübergreifendes Zusammenwirken der einzelnen Akteure durch.

Das Ziel ist die Daseinsvorsorge für ein würdiges Leben der Bürgerinnen und Bürger. Zur Lebensqualität gehört die Gewährleistung der Freiheit in Sicherheit; die Bürgerinnen und Bürger sollen sich dort wohlfühlen, wo man lebt, arbeitet und Urlaub macht. Bessere Lebensqualität definiert sich auch über den Grad der objektiven Sicherheit, vor allem aber über das subjektive Sicherheitsgefühl.

Kriminalprävention soll die Zukunft der Menschen in einem lebenswerten Umfeld sichern. Lebensqualität ist auch ein Wirtschaftsfaktor.
Leben, Arbeiten und Erholen in Freiheit und Sicherheit ist wichtig für den Standort, für die Gewinnung von Investoren genauso wie von qualifizierten Arbeitskräften.  

Hintergrund des beschriebenen Wandels sind die vielschichtigen Ursachen von Kriminalität. Thematisch können zwei Determinanten erkannt werden: Neben dem Thema “Sauberkeit und Sicherheit” sind vor allem “Kinder und Jugendliche” eine wichtige Determinante. Um diese beiden Punkte kreisen Problemfelder wie “Vandalismus”, “sich langweilende Jugendliche”, “Alkohol und Gewalt unter Jugendlichen” oder aber “Wilder Müll” denen, auf zwei Ebenen (kurz- und mittelfristig) durch eine “Kommunale Kriminalprävention” entgegengewirkt werden soll.

Bis Anfang der 90er Jahre war Kriminalprävention ausschließlich Tätigkeit der Polizei. Das Hauptziel der Polizei war es, Tatgelegenheiten durch sicherungstechnische Beratung und Verhaltensempfehlungen zu reduzieren. Die eigentlichen Ursachen für Kriminalität blieben damit jedoch weitgehend unberücksichtigt. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, das über 70 Prozent aller von der Polizei registrierten Straftaten von sogenannten örtlichen Tätern (Landkreis, Wohnort) begangen werden. Eine wirksame Kriminalprävention muss daher in erster Linie vor Ort ansetzen. Probleme und Brennpunkte müssen dort angegangen werden, wo sie auftreten.

Kommunale Kriminalprävention stellt eine neue Qualität dar. Sie soll das isolierte Nebeneinander der Politikfelder auflösen und den Blick auf die Querschnittsaufgabe Kriminalpolitik richten. Rationale Kriminalpolitik auf kommunaler Ebene ist daher geplante, systematische Verbesserung der Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger. Dabei soll und wird es keinen Rückzug der Polizei geben. Unmittelbare Gefahrenabwehr und Strafverfolgung bleiben Hauptaufgaben der Polizei: Die sogenannte sekundäre Kriminalprävention, die vorwiegend die Verhinderung von Tatgelegenheiten vorsieht, ist eine unverzichtbare zweite Komponente der Kriminalpolitik.

Es ist sehr auffällig, dass die Kriminalitätsfurcht in der Regel nicht mit dem tatsächlichen Kriminalitätsgeschehen übereinstimmt, sie führt allerdings in Teilen der Bevölkerung zu einer gravierenden Änderung der alltäglichen Verhaltensweise (Vermeidungsverhalten). 

Prävention auf kommunaler Ebene ist deshalb besonders erfolgversprechend, weil sowohl Entstehungsbedingungen von Kriminalität als auch von Kriminalitätsfurcht lokale Wurzeln haben“, so Prof. Dr. Heinz.
So sind über 70 Prozent der Tatverdächtigen vor Ort beheimatet.

Kommunale Kriminalprävention stellt eine neue Qualität dar. Sie soll das isolierte Nebeneinander der Politikfelder auflösen und den Blick auf die Querschnittsaufgabe Kriminalpolitik richten. Dabei soll und wird es keinen Rückzug der Polizei geben.

Die sogenannte sekundäre Kriminalprävention, die vorwiegend die Verhinderung von Tatgelegenheiten vorsieht, ist eine unverzichtbare zweite Komponente der Kriminalpolitik neben der repressiven Dimension. Dies fängt beim Thema Sauberkeit bereits an.



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