Hohentwiel von Industriestraße
Von Anfang an hat die Sängerin Sarah Connor (Mitte) ihr Publikum auf dem Hohentwiel fest im Griff. Die meisten Zuschauer können die Lieder mitsingen. Bild: Sabine Tesche

"Sarah Connor hat Singen im Griff"

Südkurier: Einen gelungenen Auftakt des Hohentwielfestivals haben fast 4000 Konzertbesucher am Samstagabend erlebt. 

VON GUDRUN TRAUTMANN

Für einen kurzen Moment ist an einem kleinen Fleckchen dieser Erde das Böse ausgeblendet. Fast 4000 Besucher halten sich auf der Festungsruine Hohentwiel an den Händen und singen den Refrain von "Augen auf" inbrünstig mit. Die Pop-Diva Sarah Connor beschreibt von der großen Bühne auf der Karlsbastion, was sie da sieht. Nach zwei Stunden Konzert ist ihr das Kunststück gelungen, ganz mit ihrem Publikum zu verschmelzen.

Wie aus einem offenen Buch hat sie von Liebe und Tod, von Freundschaft und Eifersucht gesungen. Hat in ihren Balladen sanfte Töne und softige Themen angesprochen und dann ihre Zuschauer mit rockigen Klängen wieder ganz aus dem Häuschen gelockt. Das lässt selbst den robustesten Zweimeter-Mann nicht kalt. Er schickt ein gedehntes "Aaah" in die Nachbarschaft. Andere haben sich im Gedränge eine winzige Tanzfläche erkämpft, auf der sie sich nun zu den Rhythmen der Band bewegen und die Sängerin textsicher begleiten. Überall begeisterte Gesichter. Überall Mobiltelefone, mit denen der glückliche Moment festgehalten wird. Überall verkappte Sänger.

Was ist das Rezept dieses gelungenen Konzertabends? – Sarah Connor singt und spricht den Menschen aus der Seele, weil ihre Themen lebensnah sind. In den Songs gibt es für jeden und jede Lebenslage etwas. Die Lieder beschreiben, was fast jeder schon einmal erlebt hat oder erleben möchte. Das verbindet. Und weil die meisten Texte aus dem Album "Muttersprache" in Deutsch gesungen werden, fühlen sich die Zuhörer noch mehr angesprochen. Das erzeugt Nähe, die die Musikerin durch einen ständigen Austausch mit ihrem Publikum noch verstärkt.

Zwei junge Frauen dürfen auf die Bühne für ein Selfie mit Sarah. Daniela Alexander, eine junge Frau aus dem Publikum, singt mit ihr und meistert ihre Aufgabe exzellent. "Wer hat heute Geburtstag", fragt Connor und gratuliert der "schönen Karina" mit einem gehauchten Ständchen. Immer wieder erzählt die 37-Jährige kleine Geschichten aus ihrem Leben: von ihrer Mutter, die während der Tournee den jüngsten Sprössling im Hotelzimmer hütet, von ihrem Mann, den sie König nennt und der sich um die vier Kinder kümmert. Da ist überall Gefühl drin, das nach den Herzen der Menschen greift.

Die Inhalte sind eher einfacher Natur, dafür ist die Musik facettenreich und die Sarah Connors soulige Stimme eine Wucht. Bestens gelaunt und locker – so scheint es – meistert die schöne Blonde ihren harten Job, wandert und tanzt über die Bühne und ist scheinbar ganz hier, nämlich in Singen. Zahlreich Sicherheitskräften hatten zuvor die Basis für ein friedliches Fest geschaffen.

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