Hohentwiel von Industriestraße
Über mangelndes Publikumsinteresse können sich die Organisatoren des 48. Burgfestes nicht beklagen. Rund 9000 Menschen aus der ganzen Region besuchen am Sonntag allein tagsüber den Singener Hausberg. Bild: Christel Rossner

"Ein Festtag für jedermann"

Südkurier: Über 9000 Besucher beim Burgfest

VON CHRISTEL ROSSNER

Von Akrobatik über Folklore bis zum Bauchredner – das Non-Stopp-Programm mit 90 Stunden Kleinkunst und Musik ist für sich schon ein Ereignis. Dazu die Burgruine als Bühne, ein Ausblick auf die Hegau-Landschaft und den Bodensee macht das Burgfest zu einem Erlebnis mit ganz besonderem Flair. Auch gestern war der Hohentwiel Anziehungspunkt für ganze Familien, von der Eröffnung am Vormittag herrschte bis zum Abend ein Kommen und Gehen.

Busse transportierten die Besucher vom Hotel Widerhold aus zur obigen Haltestelle, selbst bei hochsommerlichen Temperaturen scheuten sich viele aber auch nicht vor dem Aufstieg und machten sich zu Fuß zum Gipfel des Singener Hausberges. Ein Vorgeschmack auf das abwechslungsreiche Programm bot sich den Ankommenden schon vor dem Tunnel zum Burgeingang: Big-Band Klänge hallten von der Karlsbastion den Besuchern entgegen, eine Station höher lud das historische Lager mit Medicus, Ritterbrüdern und selbst dem Scharfrichter zu Konstanz in die teils gruselige Zeit des Mittelalters. Geboten waren Einblicke in das tägliche Leben der Menschen damals, die Schau der Waffen und wie sie eingesetzt wurden faszinierte Besucher jedes Alters.

Auf dem letzten Anstieg hinauf zur Ruine drängten sich zeitweise die Menschenmassen, sie ließen sich Zeit, den herrlichen Blick über den Hegau zu genießen. Oben auf dem Paradeplatz angekommen, zogen Duftschwaden von den Bewirtungsständen der ausländischen Mitbürger in die Nase und luden zur Einkehr. Die allerdings war gar nicht so einfach, denn vor den Ständen reihten sich Menschenschlangen und die Schattenplätze an den Tischreihen wurden rar.

Schatten war überall gefragt, die Hitze hielt fröhliche Besucher aber nicht davon ab, zu Gesang von der Bühne im vollen Sonnenschein ein Tänzchen zu wagen. Das Burgfest hat sein treues Publikum, man kennt sich. "Grüß’ euch, seid ihr auch wieder da?" oder "Genießt die Zeit hier oben", war da zu hören. Für viele Singener ist es zur Tradition geworden, ein Mal im Jahr auf den Hausberg zu steigen. "Das ist ein Muss", bekräftigt Isabella Eisenhart, "ob bei Hitze, Wind oder Wetter." Man treffe Freunde und Bekannte, und dazu gebe es ein Multi-Kulti-Programm.

Stefan Dierking stimmt ihr voll zu, er sagt: "Das Burgfest ist ein Treffpunkt für Vereine und viele Kulturen, das ist ein regionales Highlight." Sogar über die Region hinaus. Aus Furtwangen war Günter Ketterer mit Familie gekommen. "Weil es im letzten Jahr so schön war. Es ist einfach alles toll hier oben", bezog er auch die Vorleistungen der Helfer mit ein. Markus Winterhalter schloss sich gleich an: "Die Kulisse ist einfach sensationell, und das Programm ist abwechslungsreich. Da scheut man den Weg aus dem tiefen Schwarzwald nicht." Die Künstler boten auf den Bühnen ihre Vorstellung oder mischten sich unter das Publikum.

Die Veranstaltung
Auch in seiner 48. Auflage lockte das Burgfest Besucher aus der weiten Region auf den Singener Hausberg. Schon eine Stunde nach der offiziellen Eröffnung um 10 Uhr waren die ersten auf der oberen Festung, der Parkplatz am Fuße des Hohentwiels war am späten Vormittag schon voll belegt. "Aber die Leute strömen noch, viele kommen auch erst zu den Abendveranstaltungen", sagte Roland Frank vom Organisationsteam. Bis zum frühen Abend seien rund 9000 Besucher auf dem Hohentwiel gewesen.

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