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Neues Literaturfestival überschreitet die Grenze
Das Programm des neuen Literaturfestivals „Erzählzeit ohne Grenzen“ Singen-Schaffhausen vom 8. bis 14. März stellten vor (von links): René Specht (Bibliotheken Schaffhausen), Juliane Huber (Sponsor Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen), Reto Dubach (Regierungsrat des Kantons Schaffhausen), Bernd Häusler (Bürgermeister der Stadt Singen), Clemens Fleischmann (Sponsor Randegger Ottilienquelle, der auch vieltausendfach auf den Rücketiketten seiner Mineralwasser-Flaschen fürs Festival wirbt), Volker Wirth (Sponsor Sparkasse Singen-Radolfzell) und Barbara Grieshaber (Bibliotheken Singen). Weiterer Hauptsponsor ist die Thüga Energie. 
 
 

Das neue Literaturfestival:
27 Autoren - 37 Veranstaltungen - 20 Gemeinden

Mit der „Erzählzeit ohne Grenzen“ vom 8. bis 14. März 2010 heben die Stadt und der Kanton Schaffhausen, vertreten durch ihren Verein Agglomeration Schaffhausen, sowie die Stadt Singen gemeinsam ein neues Literaturfestival aus der Taufe. Mitwirken werden diesmal  auch 18 Nachbargemeinden der beiden Städte. 27 Autoren geben einen Einblick in die aktuelle deutschsprachige Literatur. Außerdem erwarten das Publikum im Reigen der 37 Veranstaltungen auch hochkarätige Diskussionsrunden –  zum Stellenwert von Literaturfestivals und zur Zukunft des Buches im Internet-Zeitalter.

Zu Gast sind arrivierte Autoren wie Adolf Muschg und Martin Walser, die das Festival mit einem Dialog über die deutsch-schweizerische Nachbarschaft eröffnen werden, Eveline Hasler, Margrit Schriber und Hanns-Josef Ortheil, um nur einige zu nennen. Die „Erzählzeit ohne Grenzen“  präsentiert aber auch zahlreiche weniger bekannte  Autoren, deren Werk es unbedingt zu entdecken lohnt. Obendrein ist das Festival hochaktuell: Alissa Walser wird ihren frisch erschienenen ersten Roman vorstellen, Inge Jens ihre erst jüngst veröffentlichten „unvollständigen Erinnerungen“ an ihr gemeinsames Leben mit Walter Jens. „Das Leben der Anderen“ steht als Motto über allen Lesungen. Biografisches rückt also in den Mittelpunkt der Erstauflage des neuen Festivals.

"Criminale" gab den Anstoß
„Schaffhausen und Singen pflegen auf vielen Feldern eine hervorragende grenzüberschreitende Zusammenarbeit“, betont der Singener Kulturbürgermeister Bernd Häusler. „Gekrönt wurde sie im kulturellen Bereich durch unser gemeinsames Krimifestival ‚Criminale‘ im Mai vergangenen Jahres. Dieses hat die Initialzündung für eine weitere, auf die Zukunft gerichtete Kooperation in Sachen Literatur gegeben. Bei der Organisation des großen Krimifestivals haben wir ein engmaschiges und sehr tragfähiges Netzwerk knüpfen können, das auch die Nachbargemeinden der Städte Schaffhausen und Singen einschließt, und uns nun zugute kommt“. Außerdem könne man bei der Organisation des neuen Festivals auf das Team bauen, das schon an der Ausrichtung der „Criminale“ maßgeblich beteiligt war.

Gefördert von Interreg IV und Sponsoren
„Ein Vorhaben wie das neue Literaturfestival wäre für uns natürlich ohne finanzielle Unterstützung Dritter nicht realisierbar“, sagt Häusler. Er dankt den Verantwortlichen von Interreg IV, des gemeinsamen Förderprogramms der EU und der Schweiz, sowie den  Sponsoren, die diese neue kulturelle Initiative kräftig unterstützen. „Ihnen ist es auch zu verdanken, dass wir mit Ausnahme unseres ‚Sonntagsfrühstücks‘ zum Abschluss alle Veranstaltungen bei freiem Eintritt anbieten können“, unterstreicht Häusler. Die Interreg-Mittel ermöglichten die Durchführung der „Erzählzeit ohne Grenzen“ für drei Jahre, also bis 2012. „Wir wünschen uns natürlich, dass sich das Festival bis dahin gut etabliert hat. Daran werden wir auch kräftig arbeiten“, so Häusler! Hauptsponsoren sind das Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen, die Randegger Ottilienquelle, die Sparkasse Singen-Radolfzell und die Thüga Energie.

"Das Leben der Anderen"
Mit dem Motto „Das Leben der Anderen“ sei bei dem neuen grenzüberschreitenden Literaturfestival auch das Leben auf der jeweils anderen Seite der Grenze gemeint, unterstreicht Regierungrat Reto Dubach, Mitglied der Kantonsregierung Schaffhausen.
Mit der Veranstaltungsreihe wolle man den deutsch-schweizerischen Kulturaustausch intensivieren, das Publikum beiderseits der Grenze mit Autoren und literarischen Trends des jeweiligen Nachbarn bekannt machen, für Literatur werben und die Bevölkerung fürs Lesen und die Auseinandersetzung mit Literatur begeistern. Darüber hinaus sei auch ein Ziel, mit kulturellen Eigenheiten der jeweiligen Nachbarn vertraut zu machen, die Begegnung zu fördern.

"Liebe Nachbarn!": Adolf Muschg und Martin Walser eröffnen
So werden bei der Eröffnungsveranstaltung am Montag, 8. März, um 19.30 Uhr in der Stadthalle Singen Adolf Muschg und Martin Walser, Grandseigneurs der schweizerischen und der deutschen Literatur, unter dem Titel „Liebe Nachbarn!“ Fragen zu kulturellen Gemeinsamkeiten und Eigenheiten nachgehen: Was verbindet, was trennt die beiden deutschsprachigen Länder?  Erleichtert das Alemannische, die gemeinsame Sprache der Südbadener und Schweizer, den Umgang miteinander? Was bleibt trotzdem fremd, was wird belächelt oder worum beneidet man die Nachbarn?

Die erste Positionsbestimmung
Zur eigenen Positionsbestimmung des Festivals dient eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Die Ware Literatur zwischen Blog, Talkshow und Bildungsbürger“ am Mittwoch, 10. März, um 19.30 Uhr in der Rathauslaube/Rathausbogen in Schaffhausen. Hier wird erörtert, was ein Literaturfestival überhaupt leisten kann. Ist Literatur nur noch durch Events zu vermarkten? Sind Literaturtage und Literaturfestivals reine Marketinginstrumente? Was macht ein Literaturfestival zu einem guten Literaturfestival? Wie kann sich die „Erzählzeit ohne Grenzen“ positionieren? Diskutiert werden  diese Fragen aus der Sicht von Autor, Verleger, Kulturveranstalter und Medienschaffendem unter Einbezug des Publikums.

Spannende Begegnungen
Spannende und eindrucksvolle Begegnungen lassen zum Beispiel auch das Gespräch der SWR-Redakteurin Christel Freitag mit Hanns-Josef Ortheil nach seiner Lesung aus dem Buch „Die Erfindung des Lebens“ am Mittwoch, 10. März, um 20 Uhr in der Sparkasse Singen-Radolfzell oder die Sternfahrt in Oldtimerbussen zur Randegger Ottilienquelle mit den beiden Autoren Björn Kern und Roman Graf am Donnerstag, 11. März erwarten. Alissa Walser stellt am Mittwoch, 10. März, um 20 Uhr im Jakob und Emma-Windler-Saal in Stein am Rhein ihren ersten Roman „Am Anfang war die Nacht Musik“ vor, der bereits von der Kritik gefeiert wird. Über Digitalisierung, E-Books und die Zukunft des gedruckten Buches geht es in einer Diskussionsrunde mit Detlef Bluhm, Autor, Buchhändler, Verleger und Geschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels Berlin-Brandenburg, am Donnerstag, 11. März, um 20.30 Uhr bei Buch Greuter in Singen. Bluhm ist ein ausgewiesener Kenner der Materie und präsentiert zunächst sein Buch „Von Autoren, Büchern und Piraten“.

Ursula Priess, die Tochter von Max Frisch, hat mit „Sturz durch alle Spiegel“ ein spannend erzähltes, bewegendes und wahrhaftiges Tochter-Vater-Buch geschrieben. Sie liest am Donnerstag, 11. März, um 19.30 Uhr in der Bibliothek Agnesenschütte in Schaffhausen. Zwanzig Jahre lang waren sie „Fernschreiber der Liebe“, dann erst heirateten sie: Meinrad Inglin (1893–1971), einer der großen Schweizer Autoren des 20. Jahrhunderts, und seine spätere Frau Bettina Zweifel (1896–1969), eine Musikerin. Unter dem Titel „Alles in mir heisst: Du!“ hat Marzena Górecka den Briefwechsel herausgegeben. Sie stellt ihn am Freitag, 12. März, um 19.30 Uhr in Neunkirch (CH) vor. Prisca Anderhub und Bodo Krumwiede lesen aus den Briefen.  „Die Entdeckung des Lichts“ ist das Thema von Ralf Bönt am Donnerstag, 11. März um 20 Uhr beim Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen im Unterwerk Wilchingen (CH). Der passende Ort, um Einblicke in die höchst außergewöhnliche Lebensgeschichte von Michael Faraday zu geben, der Elektrizität und Magnetismus erforscht und den Dynamo erfunden hat. Von der Reise des Malers John Webber, einem begabten jungen Mann mit Schweizer Wurzeln, mit dem berühmten Entdecker Captain Cook erzählt Lukas Hartmann in seinem Buch „Bis ans Ende der Meere“. Er liest am Samstag, 13. März, zunächst um 17.30 Uhr im Kunstmuseum Singen und um 20 Uhr in der Mehrzweckhalle in Stetten (CH).

Otto Sander liest Thomas Bernhard
Abschluss der ersten „Erzählzeit ohne Grenzen“ ist ein literarisch-musikalisches Sonntagsfrühstück mit dem bekannten Schauspieler Otto Sander am 14. März um 11 Uhr in der Stadthalle Singen. Er liest aus Thomas Bernhards Prosaarbeit „Meine Preise“, die zum 20. Todestag des Autors im Februar 2009 erstmals veröffentlicht wurde. Thomas Bernhard (1931-1989) war einer der bekanntesten österreichischen Erzähler des 20. Jahrhunderts. Den Text „Meine Preise“ hatte er 1980 fertiggestellt, zu Lebzeiten aber nie publiziert. Zornig Rückschau haltend, zieht er darin eine Bilanz der ihm verliehenen Literaturpreise. Detailliert schildert der begnadete Komiker die Tragödien, zu denen sich die Überreichung seiner Literaturpreise jeweils entwickelten.

Stets aktuelle Informationen zum neuen Literatur-Festival gibt’s im Internet unter http://www.erzaehlzeit.com

Die kostenlosen 40-seitigen Programmhefte sind bei den teilnehmenden Gemeinden sowie deren Büchereien erhältlich und liegen in zahlreichen öffentlichen Einrichtungen, Tourist-Informations-Büros, Geschäften und Banken aus.

Kostenlose unnummeriert Eintrittskarten für die Eröffnung der „Erzählzeit ohne Grenzen“ mit Adolf Muschg und Martin Walser am Montag, 8. März, um 19.30 Uhr in der Stadthalle Singen unter dem Titel „Liebe Nachbarn!“ sind erhältlich bei:

Kultur & Tourismus Singen,
Tourist Information, Marktpassage, August-Ruf-Straße 13, oder
Stadthalle, Hohgarten 4, 78224 Singen,
Telefon +49 (0)7731/85-262 oder - 504

oder

Schaffhauserland Tourismus, Herrenacker 15, Schaffhausen,
Telefon +41 (0) 52/63 24 020


Vorverkauf für das Sonntagsfrühstück am 14. März bei:

Kultur und Tourismus Singen, Tourist Information,
August-Ruf-Straße 13 (Marktpassage) oder
Stadthalle, Hohgarten 4, 78224 Singen,
Telefon +49 (0) 77 31 / 85 - 504 oder 85 - 262

Im Jahr 2010 teilnehmende Gemeinden:
Beggingen, Büsingen, Gailingen, Gaienhofen, Gottmadingen, Hilzingen, Jestetten, Lottstetten, Mühlhausen-Ehingen, Neunkirch, Orsingen-Nenzingen, Schaffhausen, Singen
Stein am Rhein, Steißlingen, Stetten, Tengen, Thayngen, Volkertshausen und Wilchingen


Kontakt und Informationen:
Städtische Bibliotheken Singen
August-Ruf-Straße 13 (Marktpassage)
D-78224 Singen
Telefon +49 (0) 77 31 / 85 - 292


 
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