Südkurier zur Eröffnung der "Erzählzeit ohne Grenzen"
VON MATTHIAS BIEHLER
Vor vollem Haus wurde Montagabend in der Singener Stadthalle die erste, grenzüberschreitende „Erzählzeit“ eröffnet. Martin Walser und Adolf Muschg skizzierten die Befindlichkeiten der Deutschen und Schweizer.
Einen fulminanten Auftakt erlebte die erste, grenzüberschreitende Erzählzeit in der Singener Stadthalle. Vor vollem Haus wurde gestern Abend das Literaturfestival zwischen Singen und Schaffhausen eröffnet und die beiden großen Herren der Erzählkunst zwischen Rhein und Bodensee, Martin Walser und Adolf Muschg, skizzierten unter dem Titel „Die lieben Nachbarn“ gedankenverliebt die Befindlichkeiten dies- und jenseits der Grenze.
Gewohnt pointiert beschrieben sie den Alltag der Menschen an der Grenze und ernteten Applaus für ihr geistreiches Gedankenspiel mit Moderator Siegmund Kopitzki vom SÜDKURIER.
„Das Leben der Anderen“ ist das Bindeglied der neuen Erzählzeit, die am Erfolg der letztjährigen „Criminale“ anknüpft. Statt Mord und Totschlag geht es um Biographisches. Viele Gemeinden zwischen Singen und Schaffhausen geben Erzählungen Raum, die sich Zeit für Menschen nehmen. So auch Martin Walsers Tochter Alissa, die aus ihrem ersten Roman „Am Anfang war die Nacht Musik“ in Stein am Rhein erzählt. Inge Jens berichtet am Freitag, 12. März, von ihrem Leben mit Rhetorik-Professor Walter Jens. Bis auf die Lesung mit Otto Sander am Sonntag, 14. März, um 11 Uhr im Foyer der Stadthalle, zu der es noch Eintrittskarten gibt, ist zu allen Veranstaltungen der Eintritt frei.
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